Wenn das Futter knapp wird: Diese Möglichkeiten haben Bio-Betriebe jetzt

Veröffentlicht am 05. August 2026
© LK OÖ, Rudlstorfer

Die anhaltende Trockenheit führt in vielen Regionen zu einer zunehmenden Knappheit an Futtermitteln. In zahlreichen Gebieten ist die Versorgungslage bereits sehr angespannt.

Die Behörden in verschiedenen Bundesländern reagieren, indem die strengen Bio-Vorgaben im Bereich der Futtermittel gelockert werden. Aufgrund dieser Ausnahmesituation nehmen auch Vermarktungspartner (Ja!Natürlich, Zurück zum Ursprung) zeitlich befristete Anpassungen vor, die bereits an die betreffenden Betriebe kommuniziert werden.

© BIO AUSTRIA

BIO AUSTRIA lockert vorübergehend die Futtermittelvorschriften

Um die von Futtermittelknappheit betroffenen Betriebe in dieser Situation zu unterstützen, lockert auch BIO AUSTRIA befristet bis 31. Mai 2027 die Futtermittelvorschriften.

  • Kein Import- bzw. Zulassungsantrag
    Wird Grundfutter aus den Nachbarländern zugekauft, ist derzeit kein Import- bzw. Zulassungsantrag bei BIO AUSTRIA erforderlich.
  • Anpassung des Bio-Kraftfutteranteils
    Der in der BIO AUSTRIA Rinderfütterung zulässige Anteil an Bio-Kraftfutter an der Gesamtjahres-Trockenmasseaufnahme wird zeitlich befristet von maximal 15% auf maximal 20% erhöht.
  • Zukauf von konventionellem Grundfutter im Fall einer behördlichen Freigabe
    Falls die zuständige Landesbehörde eine Freigabe für den Einsatz von konventionellem Grundfutter erteilt, ist keine zusätzliche einzelbetriebliche Genehmigung durch BIO AUSTRIA erforderlich. Über die aktuelle Situation in Ihrem Bundesland informiert der jeweilige BIO AUSTRIA Landesverband.

    Die Auflagen der Behörden können sich je nach Bundesland unterscheiden. Beachten Sie unbedingt die Information der Behörden bzw. von Ihrem BIO AUSTRIA Landesverband dazu!
    Weiterlesen: OÖ Aufgrund akuter Trockenheit Zukauf von nichtbiologischem Futter mit VIS-Meldung möglich.

    Im Falle einer möglichen befristeten behördlichen Ausnahmeregelung sind bei BIO AUSTRIA folgende konventionelle Grundfuttermittel zulässig:
    • Heu, Gras und Grassilage von Dauergrünland
    • Feldfutter und Futterleguminosen (inkl. Begrünungen und Zwischenfrüchten)
    • Ackerkulturen, bei denen die gesamte Pflanze geerntet wird
    • nicht zulässig: Maissilage!
    • Beweidung konventioneller Flächen
    • Futterstroh

Bei der Suche nach Futtermitteln sind die Berater:innen in den BIO AUSTRIA Landesverbänden gerne behilflich.

Patentlösungen für die eigene Situation gibt es leider keine.
Je nach Betrieb, Region und Witterungsverlauf sind unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll. Fest steht aber: Wer die Situation jetzt realistisch einschätzt und frühzeitig handelt, verschafft sich deutlich mehr Handlungsspielraum als jene, die erst im Herbst auf Futtermittelsuche gehen müssen.

Damit Sie schnell die passenden Informationen finden, haben wir die wichtigsten Beiträge und Unterstützungsangebote der BIO AUSTRIA Landesverbände hier für Sie zusammengefasst:

Futtervermittlung – wir suchen Grundfutter!

Nicht alle Regionen sind gleich stark von der Trockenheit betroffen. Während manche Betriebe dringend Grundfutter suchen, verfügen andere noch über Reserven oder können Futterflächen zur Verfügung stellen. Genau hier setzt die BIO AUSTRIA Futtervermittlung an.

Wenn Sie Bio-Heu, Silage oder anderes Grundfutter suchen oder anbieten können, melden Sie sich bei BIO AUSTRIA. Jede erfolgreiche Vermittlung hilft mit, Tiere weiterhin mit hochwertigem Bio-Futter zu versorgen und betroffene Betriebe zu entlasten.
Weiterlesen: Futtervermittlung NÖ – wir suchen Grundfutter!
Weiterlesen: Futterknappheit OÖ – Bio-Grundfutter dringend gesucht!
Weiterlesen: Massive Dürreschäden in der Steiermark – wir suchen Bio-Grundfutter!

Sie haben Fragen? Die Bio-Berater:innen in den Bundesländern unterstützen Sie gerne!

Zusätzliches Grundfutter vom Acker holen

Wenn Ackerflächen verfügbar sind, können Futterzwischenfrüchte einen wichtigen Beitrag zur Grundfutterversorgung leisten. Mit der passenden Mischung und einem rechtzeitigen Anbau lässt sich oft noch wertvolles Futter für den Herbst oder Winter gewinnen. Welche Kulturen geeignet sind, worauf bei der Artenwahl zu achten ist und welche Bestände sich besonders gut eignen, erfahren Sie in unserem Fachartikel.
Weiterlesen: Futterzwischenfrüchte – Weichen stellen, Grundfutter absichern

Trockenheitsschäden im Grünland jetzt richtig beurteilen

Nicht jede lückige Wiese muss sofort umgebrochen werden – oft reicht eine gezielte Nachsaat, um den Bestand wieder zu stabilisieren. Entscheidend ist jedoch, die Schäden richtig einzuschätzen und den passenden Zeitpunkt für die Nachsaat zu wählen. Der Herbst bietet dafür häufig gute Bedingungen.

Unser Beitrag zeigt, wie Sie den Zustand Ihrer Flächen beurteilen, wann eine Nachsaat sinnvoll ist und welche Mischungen sich für Bio-Grünland eignen.
Weiterlesen: Grünlandnachsaaten nach Trockenheit

Bio-Ackerflächen als kurzfristige Futterquelle nutzen

Gerade in Jahren mit knappen Futterreserven kann die Zusammenarbeit zwischen Marktfrucht- und Veredelungsbetrieben einen wichtigen Beitrag leisten. Manche Kulturen oder Zwischenfrüchte eignen sich als kurzfristige Grundfutterquelle und können dort eingesetzt werden, wo sie dringend benötigt werden.

BIO AUSTRIA ruft deshalb dazu auf, vorhandene Möglichkeiten gemeinsam zu nutzen und den Austausch zwischen Betrieben zu fördern.
Weiterlesen: Bio-Acker als kurzfristige Grundfutterquelle – Aufruf zur Solidarität zwischen Marktfrucht- und Veredelungsbetrieben

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Futterversorgung zu planen

Auch wenn sich noch nicht genau abschätzen lässt, wie sich die Vegetation in den kommenden Wochen entwickelt, lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf die betriebseigenen Futterreserven. Wo kann noch zusätzliches Grundfutter erzeugt werden? Welche Flächen eignen sich für Zwischenfrüchte oder Nachsaaten? Und wo kann rechtzeitig Unterstützung organisiert werden?

Je früher diese Fragen beantwortet werden, desto größer sind die Möglichkeiten, auf Engpässe zu reagieren. Mit den oben angeführten Fachartikeln und Angeboten möchte BIO AUSTRIA Sie dabei unterstützen, die für Ihren Betrieb passenden Maßnahmen zu finden.

Bei Fragen kontaktieren Sie die Bio-Berater:innen bei Ihrem BIO AUSTRIA Landesverband.

www.bio-austria.at/beraterinnen